Die Arbeit deiner Hände geniessen

Referat an der Sissachertagung 2017
Die jährlich stattfindende „Sissachertagung“ ist der wichtigste Anlass des Verbands für Sozialhilfe des Kantons Basel-Landschaft (VSO-BL), zu der jeweils Fachleute und Experten aus Politik, Wissenschaft und Soziales zu aktuellen Fragen referieren und mit den Mitgliedern diskutieren. Die Fachtagung beschäftigt sich mit wegweisenden Themen aus der fachlichen und politischen Aktualität. Nebst der Auseinandersetzung mit dem Tagungsthema hat auch die Begegnung mit Berufskolleginnen und -kollegen einen hohen Stellenwert. Die Tagung findet seit über 10 Jahren jeweils im August statt. Die „Sissachertagung“ wird üblicherweise von 150 bis 200 Personen besucht.

Referat Peter Ruch, »Die Arbeit deiner Hände darfst du geniessen.« (Psalm 128,2)

Für Ihre Anfrage, zur heutigen Tagung einen Beitrag leisten zu dürfen, danke ich Ihnen bestens. Sie haben mich veranlasst, systematisch über das Thema nachzudenken. Nebenbei haben Sie als Zuhörer und Zuhörerinnen das Recht, zu erfahren, was der Referent zum Thema Arbeit selber gearbeitet hat. Nur ganz kurz: Meinen ersten Arbeitseinsatz leistete ich vor meinem 16. Geburtstag als Schiffsjunge auf einem deutschen Hochseefrachter. Das dauerte nur zwei Monate, bedeutete 77 Stunden-Woche, putzen und abwaschen, schlecht bezahlt, dafür Kost und Logis und Reise nach Chicago gratis. Dann absolvierte ich 4 Jahre die Berufslehre als Radioelektriker, wie das damals hiess. Während der Stifti entwickelte ich ein starkes Interesse an Theologie und Philosophie und wollte studieren. Ich holte an einer Abendschule die Matur nach und arbeitete tagsüber zuerst auf dem Beruf und dann im Büro bei der Vormundschaftsbehörde Basel-Stadt. Mit 24 hatte ich die Matura, studierte Theologie in Basel und Montpellier und hatte dann bis zur Pensionierung vor einem Jahr in drei Gemeinden das Pfarramt inne: Pfyn, Schwerzenbach und Küssnacht. Ich bin verheiratet und habe drei Kinder und drei oder bald vier Enkel.

Als Theologe und Prediger war ich stets gezwungen, Wörter und Texte genau anzuschauen. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Sprache manchmal mehr weiss als die Menschen, die sie benützen. Darum beginne ich mit einer kurzen Etymologie: Das deutsche Wort Arbeit ist abgeleitet von althochdeutsch arabeit, mhd arebeit. Das geht auf eine germanische Wurzel arapi zurück, Mühsal/Plage. Erst im neuhochdeutschen füllt es sich mit dem Inhalt wertvolle Tätigkeit bzw. Beruf.

Travail ist, wie trabajo und trabalho, abgeleitet vom Lateinischen tripalium. Tripalium bedeutet Folterbalken. Das Verb tripaliare (> travailler) heisst foltern mithilfe eines Instruments. Bis in die Neuzeit war die Arbeit mit der Vorstellung von Zwang und Unterdrückung assoziiert. Italienisch heisst es, wie Sie wissen, lavoro und lavorare. Lat. laborare heisst ursprünglich wertvoll/nützlich machen, aber auch sich wehtun. Man kann also sagen, dass die Arbeit am Schnittpunkt von Leiden und Wertschöpfung angesiedelt ist. Das englische Work hängt mit wirken zusammen, meint aber auch arbeiten, funktionieren, gelingen. Bemerkenswert und schön finde ich das Schweizerdeutsche schaffe. Es knüpft an die Erschaffung der Welt durch Gott an. Der Mensch tut etwas ähnliches, nicht Erschaffung aus dem Nichts, wohl aber durch Veränderung und Umformung des Bestehenden. Inzwischen tut er das extrem raffiniert, bis auf die Molekular- und Zellebene.

Arbeit enthält zweifellos eine unerfreuliche Seite. Sie verlangt den Menschen etwas ab, ruiniert unter Umständen ihre Gesundheit und kann ihr Leben verkürzen. Deshalb gilt es als Fortschritt, dass wir nicht unter Bedingungen wie viele Menschen in Bangla Desh oder Malaysia oder China arbeiten. Oder wie jenes 12-jährige Mädchen im Zürcher Oberland im Jahr 1836, das im Schulbuch Zeiten Menschen Kulturen dokumentiert ist: 14 Stunden Arbeit täglich, mindestens eine Stunde Weg insgesamt, nur 9 Stunden für essen und schlafen. Das ergab jährlich 4200 Arbeitsstunden. Wurde das Mädchen sagen wir 40 Jahre alt, so konnte es sein, dass es bei diesem Pensum 33 % seines Lebens in der Erwerbstätigkeit zubrachte. Heute arbeiten wir 9 % unserer Lebenszeit. Stellt man sich so ein Kind vor, tut es einem leid. An Beschreibungen in Gesellschaftsromanen fehlt es nicht (Oliver Twist; Die schwarzen Brüder). Kein Zufall, reden Philosophen und Ökonomen von Arbeitsleid. Arbeitsleid erleben auch wir, obwohl wir vom 19. Jahrhundert weit entfernt sind.

Zur Sicherheit möchte ich präzisieren, dass ich mit Arbeit die Leistung meine, die wir nicht zum Zeitvertreib oder zur persönlichen Ertüchtigung erbringen, sondern um ein externes Ziel zu erreichen. Ich war früher Hobbyschreiner. Schreinern war für mich keine Arbeit, und ich als ich mir in den Finger schnitt, war das kein Arbeitsleid. Arbeit leisten wir um des Ertrags willen. Sei es, dass wir ein Produkt verkaufen oder tauschen wollen, sei es dass wir einen Lohn beziehen. Auch die Hausarbeit gehört dazu, denn sie ist notwendig, damit wir durchs Leben kommen.

Aber zum Glück gibt es neben dem Arbeitsleid auch Arbeitsfreude. Dazu gehört die Aussicht, dass wir die Früchte der Arbeit geniessen können. Die Arbeit als Weg zu einem angestrebten Ziel macht Freude. Ebenso die Tatsache, dass ich mich im komplexen Zusammenspiel von Geben und Nehmen bewähren kann. Die Entlöhnung oder die Nachfrage nach dem, was ich zu bieten habe, bedeutet Erfüllung und damit Balsam für das Selbstwertgefühl. Hinzu kommen hoffentlich auch andere Formen der Anerkennung, also nicht nur ökonomische, sondern auch menschliche. Freude bereitet mitunter auch die Erfahrung, dass ich imstande bin, die Güter der Natur zu verändern, sodass sie anderen Menschen nützen. Auch die Überwindung der inneren Widerstände bereitet Freude. Für das bildet der Sport ein treffendes Gleichnis: Das Training ist qualvoll, der Match oder Wettkampf vielleicht noch schlimmer, aber die Fitness und erst recht der Sieg bereiten Freude. Deshalb ist es fatal, wenn Menschen über längere Zeit untätig sind. Sie können an Selbstwertgefühl und Persönlichkeit schweren Schaden nehmen.

Die Arbeitsfreude kann aber völlig fehlen: Wenn jemand eine öde Arbeit leistet, ohne Ausstiegsmöglichkeiten; oder die Früchte seiner Arbeit nicht geniessen kann; oder dabei körperlich bzw. seelisch kaputtgeht. Oder alles miteinander, wie es bei der Zwangsarbeit der Fall ist. Zwangsarbeit nimmt in der Kulturgeschichte einen hohen Anteil ein. Auch in der modernen Zeit. Nur ein Beispiel: Allein in der UdSSR wurden rund 25 Millionen Menschen als Zwangsarbeiter in den Archipel Gulag deportiert. Und das ist nur eine von vielen Despotien. Kein Wunder, gibt es auch Visionen und Hoffnungen auf einen Zustand, wo man nicht arbeiten muss; auch säkulare Visionen. Karl Marx etwa stellte sich vor, dass in der klassenlosen Gesellschaft mitsamt der Unterdrückung auch das Arbeitsleid, ja sogar die Arbeit selbst, aufgehoben sei. »Das Reich der Freiheit beginnt in der Tat erst da, wo das Arbeiten aufhört.« (Gesamtausgabe, Abt II, S. 873)

In der Religionsgeschichte ist es so, dass die Götter notorische Nichtarbeiter sind – auch die Göttinnen – und deshalb durch Opfergaben der Menschen versorgt werden. Umso bemerkenswerter ist es, dass nach der biblischen Überlieferung – die kein Ereignisprotokoll ist, sondern Glaubenserfahrungen und Erkenntnisse als Metaphern übermittelt – dass also in der biblischen Schöpfungsgeschichte einerseits Gott arbeitet, nämlich die Welt erschafft, und dass andererseits auch im Paradies gearbeitet wird. Adam und Eva bebauen den Garten Eden. Die Vertreibung aus dem Paradies beschreibt eine Befindlichkeit. Der Mensch hat mit Widerständen von aussen und innen zu kämpfen: Dornen und Disteln, mühsame Geburten.

Arbeit gehört nach diesem Menschenbild genuin zum Menschen. Aber nicht in dem Sinne, dass der Mensch lebt, um zu arbeiten. In den Zehn Geboten, die sich auf das Wesentliche beschränken, – nicht töten, nicht stehlen, keine falschen Zeugenaussagen machen – steht auch das Sabbatgebot. Dieses vierte Gebot ist sogar das längste von allen. Bemerkenswert ist, dass es keine gesellschaftliche Abgrenzung enthält. Man könnte sich ja vorstellen, dass ein Unterschied formuliert würde zwischen Knechten und Mägden einerseits, welche die Dreckarbeit machen, und der Oberschicht, die zu höherem berufen ist. Aber nein, den Sabbat als Arbeitsunterbruch sollen auch die Knechte und Mägde bekommen, auch der Fremdling, der eine schwache Position hatte, ja sogar das Vieh soll man an diesem Tag schonen. – Erwähnenswert ist auch das wahrhaft philosophische Predigerbuch, wo wir lesen: Doch als ich alle meine Werke ansah, die meine Hände vollbracht hatten, und alles, was ich mit Mühe und Arbeit geschaffen hatte, siehe, da war alles nichtig und ein Greifen nach Wind, und es gab keinen Gewinn unter der Sonne. (2,11)

Der Mensch soll sich daran erinnern, dass er mit seiner Arbeit nicht so viel bewirkt, wie er manchmal meint. Und er benötigt ein angemessenes Verhältnis zwischen Arbeit und Ruhe. Arbeit ist nicht der einzige Lebenszweck. Bemerkenswert ist nebenbei, dass im rabbinischen Judentum die Verbindung von Handwerk und Torastudium hoch geschätzt wird. Also nicht die Rangordnung, die ich in unserer Zivilisation zuweilen feststelle. Jesus und die meisten seiner Jünger waren auch Handwerker. Die Verbindung von Handwerk und Verbreitung des Evangeliums wurde zum Leitbild der Apostel. Paulus weist darauf hin, dass er und seine Mitarbeiter für ihr Brot stets gearbeitet haben und spitzt das auf die schockierende Aussage zu: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. (2.Thess 3,10) Allerdings liegt alles daran, dass der Arbeiter und die Arbeiterin ihren Lohn erhalten. Seht, der Lohn der Arbeiter, die eure Felder gemäht haben, der Lohn, den ihr ihnen vorenthalten habt, er schreit zum Himmel, und die Hilferufe der Erntearbeiter sind dem Herrn Zebaoth zu Ohren gekommen! (Jakobus 5,4)

Die Arbeit hat sich im Laufe der Jahrhunderte fundamental verändert. Wir denken zuerst an die Neuzeit mit ihren bahnbrechenden Erfindungen und Entwicklungen: Dampfmaschine, Elektrizität, Maschinenbau, nicht zu reden von der Elektronik und der Digitaltechnik. Aber Fortschritte gab es schon viel früher. Vor dem Jahr 1000 hielt der Beetpflug Einzug, die Dreifelderwirtschaft, das Pferdegeschirr mit dem Kummet, der Beschlag mit Hufeisen und die Wassermühle. In jener Zeit wurde enorm viel gerodet, was in Namen wie Ausserrhoden, Innerrhoden, Reute und Rüti nachklingt. Im 13. Jahrhundert betrug das Saat-Ernte-Verhältnis 1:3 und wurde auf über 1:4 gesteigert. Diese Stei- gerung ist viel wirkungsvoller als ein entsprechender Zuwachs auf höherem Niveau. Im Departement Aube in Frankreich, hat sich die Zahl der Mühlen innert 150 Jahren von 14 auf 200 erhöht. Durch diese Mechanisierung wurde viel Kapazität frei für andere Tätigkeiten.

Aber zweifellos geschah die radikalste Umwälzung mit der Industrialisierung. Das Arbeiterelend im 19. Jahrhundert hatte seine Gründe vor allem darin, dass es keinen Schutz gegen Ausbeutung und Raubbau an Körper und Gesundheit gab. Die Arbeiterbewegung erkämpfte dann für die Arbeiten- den – viele von ihnen Kinder – einen minimalen Schutz, der sich dann laufend ausdehnte. Über alles gesehen vermute ich, dass ein grossflächiger Wohlstand, wie wir ihn heute kennen, ohne ein Stadium der Strapazen und des Leidens nicht zu erreichen ist.

Inzwischen haben wir das Schlimmste hinter uns und leisten Arbeiten, die zum grössten Teil den Körper nur wenig strapazieren. Zuweilen kursiert die Befürchtung, dass uns die Arbeit ausgehen könnte. In unserem Nachbarland Frankreich sind knapp 10% arbeitslos. Frankreich hat einen stark regulierten Arbeitsmarkt, und es ist kein Zufall, dass der neue Präsident, obwohl er aus der Sozialistischen Partei stammt, liberalisieren will. Übertreibt man nämlich die Wohltaten zugunsten der Arbeitnehmer, schlagen sie ins Gegenteil um. Mindestlohn, Kündigungsschutz und 35-Stunden- Woche verhindern in vielen Fällen, dass Arbeitsplätze geschaffen werden.
Mir scheint, dass wir die Arbeit angesichts der Veränderungen, welche die Automatisierung und die EDV bieten, neu überdenken sollten. Das beginnt damit, dass man nicht mehr so schematisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern redet. Geben und nehmen tönt wie eine Rangordnung. Man müsste vermehrt von Leistungsgebern und Leistungsnehmern reden, dann ist es genau umgekehrt. Ich würde auch nicht ständig von Arbeitsstellen reden, sondern das Wort Job, das sich ja in unserer Sprache längst eingebürgert hat, wörtlicher nehmen. Ein Job ist ursprünglich ein Stück Arbeit, das nun gerade zu tun ist, eine Ad Hoc-Arbeit, und unterschied sich von der kontinuierlichen Arbeit. Unter Umständen ist es ein Auftrag von geringer Bedeutung, aber anständig oder vielleicht sogar gut entschädigt. So entschädigt, dass sich der Leistungsgeber und der Leistungsnehmer einigen können.

Die physikalische Definition von Arbeit ist Kraft multipliziert mit Weg. Es gibt soviel Arbeit als es Kombinationen von Kräften und Wegen gibt: unendlich viele. Was stets begrenzt bleibt, ist die Bereitschaft, für bestimmte Kombinationen von Kräften und Wegen etwas zu bezahlen. Die sogenannte »Schaffung von Arbeitsplätzen« ist nichts anderes als die wirtschaftlich sinnvolle Verknüpfung von Kräften und Wegen. Wird Arbeit zu teuer angeboten, so entfällt der Anreiz, eine Arbeit an eine arbeitswillige Person zu vergeben. Dann entsteht kein Arbeitsplatz. Der Markt kann durch die mangelnde Bereitschaft und schlechten Arbeitswillen auf der Arbeitnehmerseite eingeschränkt sein; aber auch durch eine in der Schweiz und in Europa weit verbreitete Mentalität, welche persönliche Dienstleistungen verachtet und gering schätzt. Aus einer marktwirtschaftlich-liberalen Sicht gibt es keine geringe und verachtenswerte Arbeit. Das wird im Gleichnis aus dem Korintherbrief deutlich: Ein Leib, viele Glieder. Auch diejenigen, die wenig Wertschätzung geniessen, sind wichtig, ja vielleicht sogar noch wichtiger. Denken Sie zum Beispiel an die Lebensqualität in Neapel, wenn dort die Kehrichtabfuhr ausfällt.

Der Arbeitsmarkt ist Bestandteil eines komplexen Marktorganismus in welchem politische Interventionen – auch wenn sie gut gemeint sind – in der Regel kontraproduktiv wirken. Arbeitsplätze lassen sich nicht »schaffen«, sie entstehen, wenn sich ein Leistungsangebot mit einem Lohnangebot vereinbaren lässt und wenn diese Vereinbarung nicht durch bürokratische Auflagen und andere Fremdeinflüsse erstickt wird.

Die Politik kann für solche Vereinbarungen günstige Voraussetzungen schaffen, indem sie die Hindernisse abbaut, welche zwischen Arbeitsanbietern und Arbeitsnachfragern existieren. Ein wenig beachtetes Hindernis für das Entstehen von Arbeitsplätzen liegt in der Tatsache, dass der Staat manche Dienstleistungen unterpreislich anbietet und damit den Anreiz zu einem vielfältigen, hochwertigen und flexiblen Angebot vermindert. Dies ist auch im Bereich der sozialen Dienstleistungen und in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens und des Bildungswesens der Fall. Warum gibt es kein wachsendes und differenziertes Angebot an pflegerischen Dienstleistungen für alte Menschen, obwohl dort nachgewiesenermassen die Bedürfnisse und in einer grossen Zahl der Fälle auch die finanziellen Mittel vorhanden sind? Nebenbei ist es vielleicht auch zu hinterfragen, dass der Staat durch obligatorische »Sozialdienste« oder Zivildienstleistende als Jobkiller wirkt. Wenn man solche Angebote auch jenen zugänglich machen will, welche sie nicht bezahlen bzw. nicht versichern könnten, so sollte dies durch eine sozialpolitisch motivierte Subjekthilfe geschehen und nicht durch eine milde Form von Zwangsarbeit.

»Arbeit: Hoffnung oder Last?« haben Sie über die Tagung geschrieben. Arbeit ist zweifellos eine Last. Zugleich steckt in ihr die Chance auf Erfüllung und viel Interaktion zwischen den Menschen.

Jeder hat ein Interesse, mit dem Tauschpartner Frieden zu halten. Arbeit ist die Kehrseite des Genusses. Und umgekehrt.

Jean de La Fontaine

Der Arbeiter und seine Kinder

Arbeitet, vergesst euren Kummer
Am Boden fehlt es am wenigsten./ Er ist vorhanden

Ein reicher Arbeiter, seinen nahen Tod erahnend
lässt seine Kinder kommen und spricht ohne Zeugen zu ihnen
“Hütet euch davor das Erbe zu verkaufen
welches uns unsere Eltern gelassen haben.
Ein Schatz ist darin versteckt.
Ich kenne den Ort nicht, aber ein bisschen Mut
ihr werdet ihn finden, ihr werdet am Ende zu ihm kommen.
Grabt euer Feld um sobald es August wird
Grabt, forkt, hackt; lässt keinen Platz unbearbeitet
übergeht kein einziges Plätzchen”
Der Vater stirbt, die Kinder pflügten das Feld
hin und her, überall: so erfolgreich,
bis es am Ende des Jahres sich vermehrte:
Das Geld worum es ging.
Aber der weise Vater zeigte ihnen, vor seinem Tod
Die Arbeit ist ein Schatz.

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